Foto: Brigitte Schwietert

Kirche St. Georg

Foto: Jörn Bergmann

Die vier Glocken unserer Kirche St. Georg wurden am 14. August von Jörn Bergmann, selbst ernanntem Glockenfreund, aufgenommen und auf seinem Youtube Kanal Petersglocke veröffentlicht. 

Im oktogonalen Turm hängt ein verstimmiges Geläut der Glockengießerei Rincker. Diese wurden im Jahr 1972 gegossen. Das Geläut erklingt im Westminster-Motiv, welches relativ selten für diese Gegend ist. 

Rechts finden Sie die einzelnen Glockenaufnahmen und eine Aufnahme des Vollgeläuts. Vielen Dank an Jörn Bergmann für die Aufnahmen!

So kommen Sie zum Video der Glocken - von Jörn Bergmann

Hillgen Hall - die Sage zu St. Georg - aus dem Plattdeutschen übertragen

Foto: Brigitte Schwietert

In Ankum wohnte eine reiche Witwe, die schon seit langem krank und bettlägerig war. Sie gelobte eines Tages, eine Kapelle zu bauen, wenn sie wieder gesund würde, und zwar an der Stelle, wo sich eine Gans zuerst niederließ, wenn sie diese fliegen ließe.

Die Witwe wurde wieder gesund. Da kamen Geistliche und viele andere Leute zu ihr, ließen eine Gans fliegen und folgten dieser. Die Gans flog durch die Bauerschaften Druchhorn und Suttrup und durch das Vehser Bruch, ließ sich schließlich auf dem "heiligen Berg" nieder und badete in einem benachbarten Gewässer. 

Die Leute, die ihr nachgegangen waren, nannten danach den Ort Badbergen, und die Witwe ließ das erste Gotteshaus darauf bauen und gab ihm den Namen "Hillgen Hall". 

Literatur

Schuckmann/Schlüter/Heuer: St. Georg Badbergen. Beiträge zur Baugeschichte, Badbergen 2000.

Interesse geweckt?

Dann melden Sie sich gerne im Pfarrbüro oder kommen vorbei. Wir haben einige interessante Literatur bereit gestellt bekommen.

Foto: Brigitte Schwietert

St. Georg - ein paar Informationen

Für die Kirche St. Georg in Badbergen reicht die schriftliche Überlieferung zwar nicht vor 1221 zurück, aber hier sind durch Ausgrabungen Kirchen seit 900 nachweisbar. Zunächst war es ein Bau mit eingegrabenen Holzpfosten (um 900), es folgte eine Schwellbalkenkirche (11. Jh.), bei der die Bauständer einer Schwelle aufsitzen. Um 1150 entstand als erster Steinbau ein Chorraum mit halbrunder Apsis, woraus eine Chorturmkirche mit westlich vorgelagertem Kirchenschiff entstand. Der romanische Turm trägt eine holzschindelbedeckte achtseitige Spitze.

Während der Zeit als Kanonikerstift (ab 1235 bis 1251/1257) entstand die große dreijochige Saalkirche aus romanisch-gotischer Übergangszeit als Stiftskirche. Der Bau wird außen von mächtigen Strebepfeilern aus späterer Zeit gehalten. Das Langhaus zeigt noch schmale rundbogige Fenster, im Chor sind sie bereits im Übergang zur Gotik mit frühestem Maßwerk.

Im Inneren an der Nordseite erstreckt sich eine Holzempore aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die doppelte Empore im Westen mit der Orgel (Beckerath, Hamburg 1989) stammt aus dem 19. Jahrhundert. Reste von Wand- und Gewölbemalereien aus dem 13. bis 16. Jahrhundert wurden in den 90ern teilweise freigelegt. 

Simultankirche - eine besondere Zeit

Foto: Friederike Giesecke von Bergh

Eine besondere Zeit für die St. Georg war die Zeit als Simultankirche. Von 1650 bis 1866 wurde sie von beiden Konfessionen genutzt, danach entstand die neugotische katholische St. Marienkirche. Der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, der aus Bentheimer Sandstein hergestellt wurde, ist auch durch die Zeit der Simultankirche geprägt. Das Taufbecken ist in dieser Zeit geteilt gewesen, für jede Konfession eine Seite. Der alte Bentheimer Taufstein erhielt einen zweiteiligen Einsatz: ein Kessel mit Scheidewand zur getrennten Aufnahme der Taufwasser beider Konfessionen. Dazu kam der zweiflügelige Holzdeckel und beide Seiten des Beckens waren abschließbar. Heute noch erinnern das Becken – erkennbar ist auch noch die Naht der ehemaligen Scheidewand – und der Holzdeckel an die Zeit des Badberger Simultaneums.